Affiliate Marketing, I. Rosenzweig

AUTOR

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Iris Rosenzweig

STUDIUM

Ich bin Studentin der Fachhochschule für angewandtes Management in Erding und studiere Wirtschaftspsychologie mit dem Schwerpunkt „Markt- und Werbepsychologie“. Zur Zeit absolviere ich neben dem Studium das Vollzeit-Pflichtpraktikum bei einer Online-Marketingfirma im Affiliate-Marketing in München.

THEMA

Viele Studenten verdienen sich ihr Geld mit Tankstellenjobs oder als Bedienung in Bars oder Kneipen. Der Stundenlohn ist meist nicht sehr hoch und die Arbeitszeiten sind manchmal auch etwas unpassend. Die Folge: Eine echte Belastung für lerngestresste Studenten.
Aufgrund meines Pflichtpraktikums im Affiliate-Marketing habe ich eine neue seriöse Verdienstmöglichkeit kennengelernt, die ich hier gerne von Zeit zu Zeit genauer beschreiben möchte.

Definition und Geschichte

Definition

Beim Affiliate-Marketing handelt es sich um ein Marketing- und Vertriebskonzept für das Internet

Der Merchant (Händler oder Unternehmen) stellt Werbemittel für Produkte und/oder Dienstleistungen zur Verfügung, die der Affiliate (Webseitenbetreiber) auf seiner Webseite einpflegen kann. Der Affiliate erhält für jede Transaktion, die durch seine Werbemaßnahme generiert wurde, eine Provision.

Geschichte

1997 – Die Geschichte des Affiliate-Marketings begann auf einer Cocktail-Party.

Eine junge Frau sprach mit Amazon-Gründer Jeff Bezos über ihre Webseite und fragte ihn, ob sie dort Bücher gegen Provision anbieten könnte. Die Idee des Affiliate-Marketing war geboren und ist bis heute für den Erfog und die Bekanntheit von Amazon verantwortlich. [1]

Seitdem ist diese Idee vielfach kopiert und angewendet worden.

Es haben sich weitere Businessmodelle entwickelt, die eine Reihe von erfolgreichen Affiliate-Marketing-Dienstleistern hervorgebracht haben.

[1] Vgl. http://www.contentmanager.de/magazin/artikel_127_einfuehrung_affiliate_marketing.html, Zugriff 30.12.2009

Relevanz

Affiliate-Marketing gewinnt im Online-Marketing zunehmend an Bedeutung

Affiliate Marketing bietet für fast jede Website und jedes Online-Unternehmen, eine Möglichkeit, neue Geschäftsfelder zu erschließen.

Immer mehr Unternehmen sehen darin einen angemessenen Kanal, um ihren Umsatz  im „world wide web“ zu steigern.

Unternehmen und auch Privatpersonen, die versuchen mehr Traffic auf ihren Webseiten zu erzielen, sollten nicht die hohe Relevanz der Affiliate Programme außer Acht lassen. Je mehr Affiliate-Partner ein Unternehmen finden kann, desto bester auch die Aussichten, viele Besucher auf den bspw. Produktseiten zu haben. Denn jeder einzelne Partner bewirbt die entsprechenden Waren oder Services durch verschiedene Werbemittel (Textlinks, Banner, usw.) und trägt dazu bei, dass das Unternehmen, der Händler oder Dienstanbieter auf der Website mehr Traffic generieren kann.

Aber nicht nur für den Anbieter ist Affiliate Marketing lukrativ, sondern auch für den Partner, der z.B. einen Banner auf seiner Homepage einbindet. Der Partner kann mit Hilfe der Teilnahme an einem Affiliate Programm sein eigenes Web-Angebot erweitern und attraktiver gestalten. Er bietet dadurch seinen Kunden/Usern einen Mehrwert, ohne in die eigene Infrastruktur investieren zu müssen. Desweiteren werden die Werbemittel mit verschiedenen Provisionsmodellen vergütet.

Es gibt Affiliate Partner, die mit geschickten Affiliate Strategien 6-stellige Provisionsbeträge erwirtschaften.

Die Win-Win-Situation für beide Parteien macht Affiliate Programme zu einer ultimativen Form des elektronischen Joint Ventures.

Praxisbeispiele

BEISPIEL I:

Herr XY hat eine Website, auf der er regelmäßig über seinen Klettersport und die dazu gehörigen Utensilien (Schuhe, Ausstattung, etc.) schreibt. Nun möchte er mit seiner Website Geld verdienen. Das könnte mit dem Verkauf von Kletterschuhen funktionieren, die er auf seiner Seite genaustens beschreibt und bewertet.

Als nächsten Schritt sucht sich Herr XY einen passenden Partner-Shop, der Kletterschuhe im Sortiment hat. Diesen Partnershop findet er indem er entweder “Partnerprogramm Kletterschuhe” bspw. bei „Google“ eintippt oder indem er eine von vielen Vermittler-Börsen für Affiliate-Programme besucht.

Nachdem Herr XY passende Werbemittel z.B. über das Affiliate-Programm bekommen hat, kann er die Links oder Banner auf seiner Website einbinden. Jeder User (Besucher) der jetzt auf seiner Seite auf dieses Werbemittel klickt, um sich die Schuhe anzuschauen oder vielleicht sogar zu bestellen/kaufen, an dem verdient Herr XY mit.

BEISPIEL II:

Das Ehepaar X hat über ein Preisausschreiben einen 7-tägigen Aufenthalt in London gewonnen. Frau X möchte nun für sich und ihren Mann einen Flug über das Internet buchen. Dazu besucht sie eine Website einer bekannten Airline und bucht direkt darüber den Flug.

Nach der Buchung fällt ihr jedoch ein, dass sie für die bevorstehende Reise einen neuen Koffer bräuchte.

Genau hier und jetzt muss das Affiliate-Prinzip ansetzen:

Wenn sich nämlich direkt auf der Website des Fluganbieters ein Angebot für Reisekoffer befinden würde und bspw. direkt nach der Buchungsbestätigung auftauchen würde, so würde der Kunde daran erinnert werden, dass dieser unter Umständen noch einen Koffer braucht. Um auf diese Weise einen Spontankauf auszulösen, könnte es sich bei dem Koffer um ein spezielles Angebot handeln, welches es nur in Verbindung mit der Flugbuchung gibt.

Werbeziel

Affiliate-Marketing kann Unternehmen sowohl bei der Steigerung der Bekanntheit einer Marke (Branding) als auch
bei der Steigerung der Abverkäufe der Produkte/Dienstleistungen (Sales) unterstützen.
Dennoch bin ich der Meinung, dass das„Haupt-“Werbeziel, das mit Affiliate-Marketing verfolgt wird, Sales sind.

Zur Verdeutlichung: Die Bank XY möchte ihren Kredit auf möglichst vielen Websites als Banner oder Textlink eingebunden haben. Nun werden Websites gesucht, die Content dazu haben. Eine Seite könnte bspw. einen Vergleichsrechner für Kredite von verschiedenen Banken haben, eine andere Seite berichtet über das Bankwesen, usw. Auf solchen Seiten möchte die Bank XY z.B. Banner für ihren Kredit einbinden lassen.

Es geht also nicht darum, dass ein User direkt auf der Suche genau nach diesem Kredit ist, sondern es sollen die User angesprochen werden, die Informationen zu Krediten suchen und sich noch im Entscheidungsprozess befinden. Die Bank XY möchte also möglichst viele Kreditverträge abgeschlossen haben, auch wenn nicht direkt im Internet nach diesem Kredit gesucht wird.

Wahrnehmungssituation der Werbezielgruppe

Wahrnehmung ist immer subjektiv, selektiv und ist abhängig von den eigenen Erfahrungen, Erlebnissen sowie Erwartungen, die man bisher gemacht hat. Somit nimmt jeder einzelne Mensch seine Umwelt anders wahr.

Da beim Affiliate-Marketing verschiedene Arten von Werbemitteln auf Websites eingebunden werden, ist es wichtig, dass die User diese Werbemittel möglichst bald wahrnehmen.

Damit das Banner beispielsweise wahrgenommen wird, gibt es viele Möglichkeiten darauf aufmerksam zu machen.

Mithilfe von Farben, Musik, Effekten oder Bildern, kann das Banner entsprechend gestaltet werden und so von den Usern wahrgenommen werden.

Man muss aber darauf achten, dass es bei zu vielen Farben, Effekten, Musik und Bildern zum so genannten Vampireffekt kommen kann, d.h. es könnte genau zu einer gegenteiligen Wirkung auf die Wahrnehmung des Users kommen. Die Reize können so stark, dass die eigentliche Botschaft des Werbemittels nicht mehr transportiert werden kann und sogar davon abgelenkt wird.

Weiterhin ist wichtig, dass beispielsweise ein Bild oder ein Banner „richtig“ auf einer Website platziert werden.

Der User sollte nicht gleich damit „überrumpelt“ werden. Da beim Affiliate-Marketing meist darauf geachtet wird, dass Werbemittel nur auf themenspezifische Websites eingebunden werden, ist es üblich, dass oftmals zu einem Thema erst die Informationen folgen und im Anschluss des Textes ein Banner eingebunden wird, damit der User bei Interesse gleich den „richtigen Weg“ zum Vertragsabschluss findet.

Wichtig ist, dass der User das Werbemittel zum „richtigen“ Zeitpunkt vermittelt bekommt, ideal ist, wenn er eine sehr hohe Aufmerksamkeit gegenüber der Werbung hat.

Der Vorteil für die eingesetzten Werbemittel im Affiliate-Marketing liegt darin, dass die Aufmerksamkeit der User meist hoch ist. Denn wenn ein User explizit nach Informationen zu einem Kredit sucht und ein Banner auf der Website zu dem Thema eingebunden ist, welches sich mit Krediten befasst, trifft man gerade einen richtigen Zeitpunkt.

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