Hallo!
Mein Name ist Andree Heining und ich studiere Wirtschaftspsychologie an der Fachhochschule für angewandtes Management in Erding. Für das Diplom galt es, zwei Schwerpunkte zu wählen – den ersten Schwerpunkt meines Studiums legte ich auf Arbeits- und Organisationspsychologie, mein zweiter Schwerpunkt ist Markt- und Werbepsychologie.
Im Rahmen des Projektseminars “Werbung-out-of-the-box” habe ich mich für das Thema “Digital Signage am POS – Touchscreens/Kiosksysteme” entschieden und ich hoffe, meine Beiträge hierzu gefallen euch.
Viele Grüße & viel Spaß beim Lesen
Was ist “Digital Signage”?
„Der Begriff Digital Signage (zu Deutsch “Digitale Beschilderung”) umschreibt den Einsatz digitaler Medieninhalte bei Werbe- und Informationssystemen wie elektronische Plakate, elektronische Verkehrsschilder, Werbung in Geschäften (Instore Marketing), digitale Türbeschilderung oder Großbildprojektionen.“ (Online: http://www.blickfang-hameln.de/digital-signage-system-definition.htm, Abruf: 01.03.2011)
“Im eigentlichen Sinne geht es bei „Digital Signage“ jedoch um vernetzte (audio-)visuelle Informationssysteme, deren Inhalte entweder programmgesteuert oder manuell zusammengestellt werden können. Dafür notwendig ist eine Kombination von Präsentationstechnik, Playout-Hardware (PC-Systeme), Netzwerkanbindung sowie Software für Playout, Content Management und Netzwerk-Management. Digital Signage umfasst wesentlich mehr als reine Broadcast-Lösungen, als Präsentationssysteme ohne Netzwerkanbindung und als interaktive Kiosksysteme ohne tägliche Aktualisierung und regionale Inhalte.” (Online: http://de.wikipedia.org/wiki/Digital_Signage, Abruf: 01.03.2011)
Wie aus dieser Definition ersichtlich wird, handelt es sich somit um elektronisch wiedergegebene Informationen, welche entweder nur visuell (also über die Augen wahrnehmbar sind) oder aber audio-visuell (über Augen und Ohren wahrnehmbar) gestaltet sein können. Diese können entweder kurz (z.B. nur eine Anzeigenseite) oder je nach Bedarf länger gestaltet sein (diverse Seiten zum Aufrufen oder eine automatische Abfolge von Seiteninhalten hintereinander).
Was ist mit “POS” gemeint?
„point of sale (POS), point of purchase (POP), Ort des Einkaufs (aus Sicht des Konsumenten) bzw. Ort des Verkaufs (aus Sicht des Händlers). Synonym verwandte Begriffe, die den Ort des Warenangebots (einen Laden bzw. den innerbetrieblichen Standort einer Ware im Regal, in einer Verkaufsgondel) bezeichnen, an dem die Kunden in Selbstbedienungsgeschäften unmittelbaren Kontakt mit der Ware haben und deshalb, zur Förderung von à Impulskäufen, gezielt mittels Maßnahmen der à Verkaufsförderung angesprochen werden können.“ (Gabler Wirtschaftslexikon 1997, S. 3007)
Beim POS handelt es sich somit um den Verkaufsort von Waren oder Dienstleistungen.
Touchscreens
“Ein Touchscreen ist die zeitgemäßere, wartungs- und benutzerfreundlichste Lösung. Zu einem normalen Computermonitor wird hinter Glas das Touch-System eingebaut, das die Berührung des Bildschirms an einer bestimmten Position registriert. Ein optischer Unterschied zu normalesn Monitoren ist nicht festzustellen. Das System läßt sich leicht reinigen und erfreut sich großer Akzeptanz bei Benutzer.” (Segerer 1996, S. 119)
Kiosksysteme
sind für den öffentlichen Gebrauch bestimmte Computer inkl. nötiger Ein- und Ausgabe- und Sicherungssysteme. Meist sind Kiosksysteme nur für eine kurze Verweildauer konzipiert und es wird nur eine Bedienung im Stehen ermöglicht. Durch ihren Einsatzbereich sollten Kiosksysteme so konzipiert sein, dass sie gegen Vandalismus und Diebstahl geschützt sind. (vgl. Online: http://www.it-administrator.de/lexikon/kiosksystem.html, Abruf: 01.03.2011)
Einsatzbereiche von Kiosksysteme sind z.B.
- bei der Bahn (Fahrplanauskunft)
- in Museen zwecks Informationen
- auf Messen
- in Firmen zur Information
- in Banken
(vgl. Online: http://www.it-administrator.de/lexikon/kiosksystem.html, Abruf: 01.03.2011)
Vorteile von Kiosksystemen für Unternehmen (U)und Kunden (K):
- permanente Verfügbarkeit für den Kunden (U)
- spontane Einsatzmöglichkeiten ohne notwendige vorherige Schulung (U)
- ausführlichere Präsentation und Information (U; K)
- Schulung der Verkaufsberater entfallen, ebenso Personalkosten (U)
- Imagesteigerung(U)
(vgl. Segerer 1996, S. 15ff.)
Nachteile von Kiosksystemen für Unternehmen (U)und Kunden (K):
- hohe Entwicklungskosten (U)
- mangelnde Akzeptanz (U; K)
- technische Probleme und Inkompatibilität (U)
- aufwendige Pflege der Anlagen (U)
- fehlendes technisches Verständnis, Vorliebe für persönliche Beratung (K)
(vgl. Segerer 1996, S. 15ff.)
Beispiele für Kiosksysteme am POS:
Anbei ein Beispiel eines POS-Kiosksystems mit Touchscreen:
1) DM-Markt Amberg, eigene Darstellung, 01.03.2011
Wie man auf diesem Bild erkennen kann, handelt es sich hier um ein Kiosksystem mit Sprachausgabe und Touchscreen-Monitor.
2) Digital Signage am POS, ohne Touchscreen, nur Bild- und Tonwiedergabe im Kaufland Amberg, eigene Aufnahme 01.03.2011
3) Bildentwicklungsgerät mit Touchscreen im Kaufland Amberg, eigene Aufnahme, 01.03.2011
Involvement
Hinter dem Begriff „Involvement“ verbirgt sich folgende Definition: „Das Involvement-Konzept bezeichnet die Ich-Beteiligung, das innere Engagement, mit dem sich ein Individuum einem Sachverhalt oder einer Aufgabe widmet. (…) Drei Typen sind hervorzuheben:
- Persönlichkeitsinvolvement (oder EGO-Involvement) – das durch die individuelle Werthaltung des Menschen bestimmte Involvement
- Objektinvolvement (oft auf das Produktinvolvement fokussiert) – das Engagement bzgl. eines Produktes, einer Dienstleistung, einer Einkaufsstätte etc.
- Situationsinvolvement – Engagement in unmittelbaren Kauf-/Kommunikationssituationen“
(Foscht, Swoboda 2009, S. 122)
Menschen unterscheiden sich aber hinsichtlich des Involvements stark voneinander. Sie lassen sich einteilen in Menschen mit geringem Involvement (Low-Involvement) und Menschen mit hohen Involvement (High Involvement). Die Kommunikation von Werbemaßnahmen muss also entsprechend darauf ausgerichtet sein und eingehen.
Für Werbetreibende ist es daher extrem schwierig, jeden Konsumenten bzw. die Involvements explizit nach ihrem Aufmerksamkeitsgrad hin anzusprechen. Vermutlich empfiehlt es sich, ein „gesundes“ Mittelmaß zu wählen um sowohl Low- wie auch High-Involvement Kunden gleichermaßen anzusprechen. In diesem Zusammenhang gilt es weiterhin zu berücksichtigen, dass das Involvement auch von der Situation und der Art des Einkaufs abhängig ist. Ist ein Konsument mit seinem Wochenendeinkauf beschäftigt, wird dies vermutlich eher in den Low-Involvement Bereich fallen; beabsichtigt er, sich ein neues Auto zu kaufen, wird dies vermutlich eher im High-Involvement Bereich liegen.
Fazit
Unternehmen bieten sich ungeahnte Möglichkeiten und auch Chancen bezogen auf den Digital Signage Bereich mit Touchscreens und Kiosksystemen. Digital Signage Beschilderungen mit Touchscreens und Kiosksysteme sind ein geeignetes Medium, das Informationsbedürfnis von Kunden direkt am Verkaufsort einfach, schnell und effektiv zu befriedigen. Dies kann entweder in Form von Information, Beratung oder auch im Rahmen von Produktpräsentationen geschehen. Es kann jedoch auch gesagt werden, dass gerade Kiosksysteme noch nicht so richtig im deutschen Handel angekommen sind. Da die Technik jedoch immer weiter voranschreitet, ist aber davon auszugehen, dass der Digital Signage Bereich und speziell Kiosksysteme noch weiter zunehmen werden und ihre Bedienung sich immer mehr vereinfachen wird.