Hallo,
mein Name ist Monika Hartl und ich studiere im 6. Semester Wirtschaftspsychologie an der FH für angewandtes Management in Erding. Mein Studienschwerpunkt ist Markt- und Werbepsychologie.
Neben meinem Studium arbeite ich als Werksstudentin im Audi Forum Ingolstadt und als Werbetexterin für eine kleine Werbeagentur in Ingolstadt.
Das Thema Digital Signage habe ich ausgewählt, weil digitale Medien in der Gesellschaft immer wichtiger werden. Außerdem ist mir beim Einkaufen aufgefallen, dass immer mehr Läden mit dem Digital Signage arbeiten. Deswegen wollte ich mich mit diesem Thema gerne genauer auseinander setzen.
Der Begriff Digital Signage (zu Deutsch “Digitale Beschilderung”) umschreibt den Einsatz digitaler Medieninhalte bei Werbe- und Informationssystemen wie elektronische Plakate, elektronische Verkehrsschilder, Werbung in Geschäften (Instore Marketing), digitale Türbeschilderung oder Großbildprojektionen.“ (http://www.blickfang-hameln.de/digital-signage-system-definition.htm)
Vereinfacht gesagt ist Digital Signage am Point of Sale (=Verkaufsort) also der Einsatz von Bildschirmen, über die Werbebotschaften abgespielt werden. In der Regel werden diese Bildschirme so platziert, dass sie möglichst nahe an dem beworbenen Produkt angebracht sind. Dabei ist es wichtig, die Bildschirme in der richtigen Höhe zu platzieren, damit sie von der Zielgruppe optimal wahrgenommen werden können. Sollen beispielsweise Videospiele für Kinder beworben werden, muss der Bildschirm niedriger angebracht werden, als bei einer Maßnahme, bei der man über das Digital Signage Putzutensilien für Hausfrauen bewerben möchte. Die Werbeinhalte können durch das Digital Signage schnell, kostengünstig und zielgerichtet an die Konsumenten angepasst werden. Dadurch ist diese Methode der Werbung effektiver, als die klassische Werbung über Anzeigen in Zeitungen, Flyer und Werbung im Fernsehen. Digital Signage ist nicht nur am POS (Point of sales) möglich, sondern auch am POI (Point of Interest = beispielsweise am Bahnhof, im Kino). Während man in den 90er Jahren Bildschirme einsetzen musste, die sehr platzraubend waren, werden heute vorwiegend LCD oder Plasma-Bildschirme verwendet. Auch die Qualität der Werbefilme ist somit besser.
Digital Signage ist also ein Massenmedium, welches zur Kommunikation, mit dem potentiellen Kunden, eingesetzt wird. Dabei wird der Konsument allerdings nicht zu Hause, in seinem gewöhnlichen Umfeld angesprochen sondern direkt am Ort des Geschehens.
Eingesetzt wird das Digital Signage am Point of Sales also direkt am Verkaufsort oder auch am Point of Interest, das bedeutet an Orten an denen Menschen sich über gewisse Dinge informieren wollen, wie zum Beispiel an Bahnhöfen. Hier sind digitale Bildschirme mit Infomationen über Abfahr- und Ankunftzeiten von Zügen und auch Angaben zu Verspätungen, angebracht. Im Folgenden wird das Digital Signage am POS näher beleuchtet. Hierzu kommen nun einige Beispiele, die in Ingolstadt gefunden wurden:
Globus Baumarkt Ingolstadt:
Das erste Beispiel stammt aus dem Globus Baumarkt in Ingolstadt. In diesem Baumarkt werden mehrere Bildschirme eingesetzt um Produkte zu bewerben, die direkt im Markt vertriebe werden. Positiv ist hier, dass die Bildschirme direkt über dem beworbenen Produkt angebracht sind. Auch die Höhe, in der die Bildschirme platziert sind, ist gut. Sie können von Konsumenten ohne Probleme wahrgenommen werden. Es werden hier Werbefilme abgespielt, die genau beschreiben wofür das Produkt eingesetzt werden kann und die Vorzüge des Produktes werden hier hervorgehoben. Außerdem sind die Bildschirme hier Flatscreens, so wird nur wenig Platz zur Anbringung benötigt.
Praktiker Ingolstadt:
Diese zwei Beispielbilder wurden im Praktiker in Ingolstadt aufgenommen. Wie man vor allem bei dem zwieten Bild gut sehen kann, kommen hier teilweise noch altmodische Bildschirme zum Einsatz, teilweise aber auch schon Flatscreens wie auf Bild eins zu sehen. Bei Praktiker waren die Bildschirme sehr hoch angebracht. Man hat Sie nur schwer wahrgenommen. Erst nach mehrmaligen vorbeigehen fallen Sie auf. Außerdem ist es hier so, dass das Beworbene Produkt nicht unbedingt in der unmittelbaren Nähe des Bildschirms plaziert ist. Bei den beiden Beispielen hier, war es so, dass das Produkt in einem Regal mehrere Meter vom Bildschim entfernt angebracht war. Man muss also richtig nach dem beworbenen Produkt suchen. Praktiker bietet hier eher ein schlechtes Beispiel für den Einsatz von Digital Signage. Meiner Meinung nach werden nur wenige Menschen die Bildschirme überhaupt wahrnehmen. Außerdem muss man das Produkt dann noch in den Regalen suchen. Deshalb wird das Digital Signage hier nicht sonderlich verkaufsfördernd wirken.
Audi Forum Ingolstadt
Auf dem Bild das im Audi Forum aufgenommen wurde, kann man den Bildschirm leider nur sehr schlecht sehen. Im Museumsladen des Museum Mobile im Audi Forum, ist ein Bildschirm angebracht. Erwachsene können sich vor den Bildschirm aufstellen und direkt hinein schauen, die Höhe in der er plaziert ist, ist optimal. Auf dem Bildschirm werden Filmausschnitte gezeigt. Denn hier sollen verschiedene Filme die direkt unterhalb des Bildschirms stehen verkauft werden. Im großen und ganzen wirkd das Digital Signage hier gut wahr genommen und es ist auch optimal positioniert, um die Menschen zum Kauf anzuregen. Geht man direkt vom Museum in den Laden, ist das erste was man sieht der Flachbildfernseher, auf dem ältere Automobilfilme gezeigt werden. Aber nicht nur im Laden wird das Digital Signage eingesetzt im kompletten Forum gibt es Bildschirme, die einen kuzen Audi-Image-Film abspielen und die Neuwagenabholer darüber informieren, wann sie ihr Auto bekommen. Somit wird hier das Digital Signage am POS mit dem Digital Signagae am POI kombiniert eingesetzt.
Saturn Ingolstadt:
Im Saturn in Ingolstadt sind sehr viele Bildschirme angebracht. Es sind so viele, dass sich keine genaue Zahl nennen lässt. Auf dem unteren Bild ist allein die Verkaufsecke von Flachbildfernsehern gezeigt. Hier werden verschiedene Werbefilme abgespielt um die Bildqualität der einzelnen Fernseher aufzuzeigen. Das erste Bild zeigt zwei Bildschirme, die direkt über verschiedenen Navigationsgeräten angebracht sind. Hier läuft ein Werbefilm der Firma Navigon, die Navigationsgeräte herstellt. Die Bildschirme sind hier sehr auffällig plaziert. Man nimmt sie auf den ersten Blick war. Allerdings sind es bei Saturn so viele, dass man von der Informationsflut fast erschlagen wird. Dennoch, wenn man auf der Suche nach etwas bestimmten, wie beispielsweise ein Navigationsgerät ist, wirkt sich die Werbebotschaft, die über das Digital Signange ausgesendet wird definitiv positiv auf das beworbene Produkt aus.
Hagebaumarkt Ingolstadt:
Im Hagebaumarkt in Ingolstadt werden sowohl Flatscreens als auch herkömmliche Bildschirme verwendet. Auf dem ersten Bild sieht man einen Flatscreen, auf dem Screen wird das direkt darunter stehende Produkt beworben. Der Bildschirm ist genau in Kopfhöhe angebracht und wird gut wahrgenommen. Auf dem zweiten und dritten Bild wird über einen altmodischen Fernseher das direkt darunter hängende Produkt beworben. Auch hier ist der Bildschirm in der Höhe des Kopfes aufgestellt und kann gut wahrgenommen werden. Allerdings benötigt dieser Bildschirm mehr Platz als der Flatscreenn Hier wird das ganze obere Regalteil zur Plazierung des Bildschirms benötigt. Im Hagebaumarkt selber kommen weniger als 10 Bildschirme zum Einsatz. Dadurch wird der Konsument nicht mit Informationen bomardiert. Allerdings haben einige der Bildschirme nicht funktioniert, es wäre also gut hier auf eine bessere Wartung zu achten. Denn sonst ist der Einsatz eher nicht effektiv.
Mediamarkt Ingolstadt
Dieses Beispiel wurde im Mediamarkt in Ingolstadt aufgenommen. Hier sind zahlreiche Bildschirme im Einsatz, über die verschiedene Produkte beworben werden. Auf diesem Bild kann man gut sehen, dass es sich um einen Bildschirm handelt, über dem eine Demoversion eines Spiels für eine Spielekonsole beworben wird. Unter dem Bildschirm liegen die Spiele, die erhältlich sind. Gerade im Bereich der Computerspiele sind hier viele Bildschirme angebracht, über die man sogar Probespiele durchführen kann. Dies ist für den Konsumenten sehr verlockend, es kann somit eine direkte Nähe zu dem beworbenen Produk hergestellt werden. Der Bildschirm hier ist fast etwas zu hoch angebracht. Man muss leicht nach oben schauen um ihn gut wahrnehmen zu können. Allerdings gibt es hier viele Bildschirme, die genau auf Augenhöhe angebracht waren, über die dann verschiedene Spiele ausprobiert werden können.
Bauhaus Ingolstadt
Diese beiden Bilder wurden im Bauhaus in Ingolstadt aufgenommen. In diesem Laden sind nur wenige Bildschirme eingesetzt. Allerdings sind diese dafür sehr gezielt positioniert. Sie sind wie man auf beiden Bildern gut erkennen kann, direkt bei dem beworbenen Produkt angebracht. Außerdem sind sie im Bereich der Augenhöhe plaziert und werden dadurch sehr gut wahrgenommen. Das Bauhaus ist ein Beispiel wie Digital signage effektiv eingesetzt werden kann. Dieser Laden überflutet die Konsumenten nicht mit Informationen sonder plaziert die Bildschirme nur bei wenigen Produkten, welche dadurch intensiv beworben werden.
Marktkauf Ingolstadt
Im Marktkauf in Ingolstadt steht nur ein einziger Bildschirm, über den bewusst ein Produkt beworben wird. In diesem Fall sind es Mikrofaserwischtücher. Der Bildschirm ist hier in der optimalen Höhe plaziert und er wird gut wahrgenommen. Allerdings könnte der Konsument hier denken, dass dieses Produkt eher schlecht verkauft wird, da nur über ihm ein Bildschirm angebracht ist und über kein weiteres im gesamten Laden. Da der Laden sehr groß ist, könnte diese Tatsache auf den Konsumenten eigenartig wirken.
Im Plus in Erding ist nur ein einziger Bildschirm angebracht. Dieser ist sehr klein und an einer etwas versteckten Stelle plaziert. Dies ist eher ungünstig, da man diesen Bildschirm erst entdeckt, nachdem man zahlreiche Male an ihm vorbei gelaufen ist ohne diesen zu bemerken.
Hier soll aufgezeigt werden, welche Möglichkeiten es heute beim Einsatz von Digital Signage gibt. Natürlich werden nur einige Neuerungen aus dem Bereich aufgezeigt. Die Technik entwickelt sich immer weiter und so wird es in den kommenden Jahren noch weitere Neuheiten auf dem Markt des Digital Signage geben.
Projektion in 3D
„LG bringt seinen ersten mobilen Full HD-3D-Single-Projektor auf den Markt. Der CF3D, für den eine passive Brille notwendig ist.“ (http://digital-signage-magazin.de/onlinemagazin_2010_2/) Auch verschiedene NEC-Projektoren gibt es nun als 3D Variante. Dadurch kann der Konsument noch mehr Nähe zum beworbenen Produkt generieren. Schon jetzt fallen Bildschirme auf und fangen unsere Aufmerksamkeit ab. Wenn die Werbebotschaft in Zukunft in 3D ausgestrahlt wird, dann wird der Kunde förmlich gefesselt sein, von dieser Art der Werbung.
Displaysäulen
Digitale Säulen, auf denen Werbebotschaften abgespielt werden sind längst bekannt. Doch auch hier entwickelt sich die Technik stetig weiter. „Die Displaysäule No.1 kann laut Anbieter Werkstation jedes Standarddisplay zwischen 32 und 46 Zoll aufnehmen, hochkant sowie quer.“ (Quelle: http://digital-signage-magazin.de/onlinemagazin_2010_2/) Das ganze sieht wiefolgt aus:
Clipscreen
Dies ist eine Software, die es den Kunden möglich macht, die Inhalte auf ihren Bildschirmen selbst ganz einfach zu gestalten.
Der Kunde kreiert im Internet seine Bildschirme. „Die fertig abgespeicherte Seite liegt dann als Link vor, den der Editor an jeden Rechner übermitteln kann, der einen Internetanschluss hat.“ (Quelle: http://digital-signage-magazin.de/onlinemagazin_2010_2/) Somit muss das Programm nicht gedownloaded werden.

Multitouchoberflächen
Dank der Firma Apple sind Touchscreens rasant bekannt geworden. Diese Technologie wird heute bei Handys verwendet. Dies ermöglicht es dem Benutzer, schnell ins Internet zu gehen, dort nach relevanten Informationen, zum Beispiel über ein Produkt das man sich gerne kaufen möchte, zu suchen oder auch schnell etwas bei Facebook zu posten. Allerdings können diese Multitouchscreens auch am POI eingesetzt werden, zum Beispiel zur Unterhaltung der Menschen, als auch am POS. Hier können sich die Konsumenten gezielt über Produkte, die sie interessieren informieren. „Beratungsintensive Produkte können so sehr schnell transparent dargestellt werden. Direkte Produktvergleiche, stets aktuelle Informationen, multimediale Präsentationen der Funktionen usw. sind mit diesem System Möglich.“ (Quelle: http://www.pixeljob.com/blog/2009/09/multitouch-am-pos-die-beratung-der-zukunft/) Wie das ganze aussehen kann, ist hier dargestellt:
Hier kann man sich drei interessante Videos zum Thema Multitouchsysteme am POS anseheh:
Praxisbeispiele: neue Technologien
Hier soll anhand von vier Beispielen gezeigt werden, dass es auch Unternehmen gibt, die neuartige Formen des Digital Signange einsetzen.
Jost´s in Pforzheim
Das Restaurant Jost´s mit Sitz in Pforzheim setzt eine neue Art des digital signage am POS ein. Hier gibt es digitale Speisekarten. Diese sind auf dem linken Bild des Screenshots zu sehen. Dadurch informiert das Unternehmen seine Gäste auf digitale Art über das Angebot. Aber auch am POI ist das Restaurant tätig. Auf den Damen und Herrentoiletten sind hier Screens angebracht. Das Unterhaltungsprogramm, das dort läuft wechselt „sich mit Werbung lokaler Unternehmen ab. Die Reklame kann ebenfalls geschlechterspezifisch eingespielt werden, muss es aber nicht.“ (Quelle: http://digital-signage-magazin.de/onlinemagazin_2010_2/) Allerdings nutzt das Unternehmen auch diese Bildschirme um die eigenen Produkte abzusetzen, denn „im unteren Drittel der Bildschirmoberfläche ist ein Streifen für das Restaurant Jost reserviert, das seine Gäste dort auf Veranstaltungen und Aktionen des Lokals aufmerksam macht.“ (Quelle: http://digital-signage-magazin.de/onlinemagazin_2010_2/) Dies kann man auf der rechten Seite des Screenshots sehen.
Hier noch ein Bild, wie das ganze auf der Herrentoilette aussieht:
Durch das digital Signage hat das Restaurant sogar zusätzlich die Möglichkeit neben dem herkömmlichen Geschäft Geld zu verdienen, denn JostTV, wie die Bildschirme auf den Toiletten genannt werden, kann man mieten und dort seine Werbung abspielen.
Axelmeiselicht
Die Firma Axelmeiselicht produziert Strahler. „Axelmeiselicht gehört zu den wachstumsstärksten Unternehmen in der Lichtbranche und ist in Deutschland, der Schweiz und in Österreich Marktführer im Bereich hochwertiger Designleuchten.“ (Quelle: http://www.occhio.de/unternehmen/axelmeiselicht/) In 80 Geschäften, in denen diese Strahler verkauft werden, gibt es nun Singletouchscreens. „Kunden können dort zusammen mit dem Händler das modulare Leuchtensystem Occhio nach ihren Wünschen virtuell am Bildschirm gestalten.“ (Quelle. http://digital-signage-magazin.de/onlinemagazin_2010_2/)
Reisebüros
In Reisebüros solle es in Zukunft einen Multitouchscreen geben. „An ihm können Reiseberater und Kunden gemeinsam Reiseziele interaktiv erkunden und über eine Schnittstelle die ausgewählten Hotels direkt buchen.“ (Quelle: http://digital-signage-magazin.de/onlinemagazin_2010_2/) Dadurch werden die Menschen vermehrt wieder ihre Reisen über das Reisebüro buchen, anstelle über Internetanbieter. Es soll dem Kunden ermöglicht werden über diese Screens auch Zugriff auf Google-Earth zu haben, so kann er sich seinen Reiseort genau ansehen und dann entscheiden welches Hotel er buchen möchte. Wie das ganze aussehen wird, ist in folgendem Screenshot dargestellt:
Ikea
Im Ikea in Eching werden moderne Arten des digital-signage eingesetzt. So sind in dem Laden Stationen aufgebaut, an denen sich Bildschirme befinden, über die man Informationen über Produkte bekommt. Man kann hier ganz bequem die Artikel Nummer des Produkts eingeben, an welchem man interessiert ist und bekommt dann die entsprechenden Daten zu dem Produkt geliefert. Das ganze funktioniert über Touchscreens. Dies ist recht praktisch, denn dadurch spart man sich das lnge Suchen nach Verkäufern. In den meisten anderen Möbelgeschäften muss man erst einen Verkäufer suchen, diesen kann man dann zu den Artikeln befragen. Er geht zusammen mit dem Interessenten zu einem Computer und kann dort die gewünschten Informationen heraussuchen. Dieser komplette Prozess entfällt hier.
Des weiteren gibt es bei Ikea neben den herkömmlichen Kassen auch digitale Kassen. Man kann dort selbst mit einem Scanner seine Produkte eingeben und bekommt diese auf einem Bildschirm aufgelistet. Wenn man etwas falsch einscannt, kann man das ganze sogar wieder stornieren. Selbstverständlich erfolgt auch das wieder über einen Touchscreen.
Da man an diesen Kassen nur mit EC-Karte zahlen kann, ist noch ein zusätzlicher Bildschirm vorhanden. Anstelle den Pin einzugeben, muss man hier mit einem digitalen Stift unterschreiben und die ganze Aktion noch einmal bestätigen.
Theorie
Involvement bezeichnet „den Grad der „ich Beteiligung“ beziehungsweise des Engagements einer Person, sich für bestimmte Sachverhalte oder Aufgaben zu interessieren und einzusetzen.“ (Meffert, 2000, S. 112) Dabei muss man unterscheiden, ob die Zielperson im Moment, indem sie mit dem Werbemittel konfronitiert High-Involved odeer Low-Involved ist.
High-Involvement-Käufe „stehen in einer Verbindung zur Persönlichkeit und Selbsteinschätzung des Individuums.“ (Meffert, 2000, S. 112) Bei solchen Käufen nimmt sich der Konsument viel Zeit bei der Auswahl der Produkte, er prüft welche Alternativprodukte es gibt und trifft dann eine Kaufentscheidung. Low-Involvement-Käufe bringen hingegen „nur begrenzte Entscheidungsprozesse mit sich.“ (Meffert, 2000, S. 112) Diese Käufe sind für den Konsumenten nur wenig wichtig, sie sind für ihn mit einem geringen Risikoverbunden und werden durch verfestigte Kaufprogramme bestimmt. Ein Beispiel für einen High-Involvement-Kauf wäre wenn man sich einen neuen Fernseher kaufen will. Dann prüft man in der Regel erst verschiedene Angebote. Man muss sich also konkret mit dem Thema beschäftigen, bevor eine Entscheidung getroffen wird. Ein Beispiel für einen Low-Involvement-Kauf wäre, der wöchentliche einkauf. In der Regel hat braucht man die selben Dinge, wie auch schon die Woche davor und die Woche davor etc. Deswegen muss man sich hier nicht mit den Gütern auseinandersetzen. Sie werden einfach eingepackt.
Bezogen auf Digital Signage
Konsumenten können, wenn sie sich diesem Medium zuwenden, entweder vorher High- oder Low-Involved sein. Geht beispielsweise jemand zu Saturn oder Mediamarkt mit der Absicht sich eine Spielekonsole zu kaufen, dann wird dieser Konsument sich mit den verschiedenen Konsolen schon auseinander gesetzt haben und ein oder zwei in der engeren Auswahl haben. Das heißt er befindet sich in einer High-Involvement-Situation. Geht er nun in das Geschäft, wird er in der Abteilung der Spielekonsolen mit dem digital signage konfrontiert. Es werden hier verschiedene Konsolen über Bildschirme beworben und es können einige Spiele auf diesen Konsolen sogar ausprobiert werden. In der High-Involvement-Situation wird sich der Käufer also diesen Bildschirmen bewusst zuwenden. Er wird sich Zeit nehmen und verschiedene Spiele ausprobieren. Dies wird ihn bei der Auswahl der für ihn am besten geeigneten Konsole helfen. Der selbe Konsument kann sich zugleich auch in einer Low-Involvement-Situation befinden. Bei Mediamarkt oder Saturn werden schließlich noch andere Produkte vertrieben. Das heißt, bevor er zur Viedeospiele-Abteilung kommt muss er vielleicht an der Abteilung, in der Navigationsgeräte verkauft werden, vorbei. Auch hier sind Bildschirme angebracht, die verschiedene Systeme bewerben. Da er sich aber für diese Systeme gar nicht interessiert, wird er diese Bildschirme viel schwerer wahrnehmen, als die in der Spielekonsolen Abteilung. Wenn er sich einem dieser Bildschirme zuwendet, dann mit wenig Engagement und Motivation eine Navigationssysem zu kaufen. In der Regel führt diese Situation eher selten zu einem Kauf. Dennoch kann es sein, dass durch das digital signage das Interesse des Konsumenten geweckt wird. Hierzu kann ich ein Beispiel aus meinem eigenen Leben bringen. Als mein Freund und ich zu Mediamarkt sind, um einen Pürrierstab zu kaufen, sind wir auch an der Abteilung mit den Spielekonsolen vorbei. Eigentlich war klar, dass wir uns keine Konsole kaufen wollen, dennoch sind wir vor dem Bildschirm stehen geblieben und haben uns das beworbene Produkt angeschaut. Anschließend haben wir die Konsole dann über einen anderen Screen ausprobiert. Da wir nicht ganz überzeugt waren haben wir auch noch eine weitere Konsole ausprobiert und so eine halbe Stunde in der Spielekonsolen Abteilung verbracht, obwohl wir eigentlich einen Pürrierstab wollten. Gekauft haben wir keine Konsole, jedoch sind wir seitdem am Überlegen, ob wir uns doch eine zulegen sollen.
„Eine Studie hat herausgefunden, dass 7-Eleven nach der Instalation einer Digital Signage-Lösung seinen Umsatz bei Kaffee um 30 % und bei einem neuen Limonadengetränk sogar um 109 % gesteigert hat.“ (Quelle: http://www.sony.de/biz/content/id/1193315644319/section/veranstaltungsorte-whitepapers)
Was ist 7-Eleven?
Die Firma „ist ein internationaler Mischkonzern mit Firmensitz in Dallas, der die größte Kette von Einzelhandelsgeschäften in 17 Ländern betreibt .“ (Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/7-Eleven) Durch ihre Öffnungszeit von 24 Stunden sind diese Läden in Amerika bereits bekannt, aber auch in Schweden, Dänemark und Norwegen gibt es diese Läden. Das Unternehmen will auch am deutschen Markt tätig werden, jedoch ist es hier noch sehr unbekannt.
5.2.Erfolg durch Digital Signage
„Mit einer Retail TV-Lösung von Sony hat die Einzelhandelskette 7-Eleven eine neue Richtung eingeschlagen. Im Rahmen dieser Lösung wurden jeweils ein 42“-Plasmabildschirm von Sony Professional Solutions Europe über dem Kassenbereich sowie ein Netzwerk-Player in jedem Ladenlokal platziert. Dank dieser Installationen ziehen die Läden mehr Kunden an. Mit dieser Retail-Lösung hat der dänische Händler seine Umsätze um beeindruckende 300 % gesteigert. (Quelle: http://www.sony.de/biz/content/id/1175002570737/section/einzelhandel-news)
Die Firma hat ganz einfach keine langweiligen Programme auf den Bildschirmen gebracht. Man hat den Kunden gezielt über Produkte und deren Vorteile informiert. Fühlt sich der Kunde gut informiert, dann ist er auch bereit, ein etwas teureres Produkt zu kaufen. Dabei ist es wichtig, ihm nicht zu viele Informationen zu geben, da diese sonst schnell wieder vergessen werden. Es sollte auch nicht zu viele Bildschirme geben, da der Kunde sonst irgendwann gelangweilt ist und diese bewusst ignoriert. Außerdem ist die Plazierung der Bildschirme wichtig. Wie man auf dem unten stehenden Bild sehen kann, ist der Bildschirm in Augenhöhe angebracht, er kann dadurch optimal wahrgenommen werden. Außerdem steht er hier frei, er ist nicht zwischen Regalen angebracht. Somit ist er sehr auffällig plaziert, wodurch er ins Auge sticht und ihm leichter Beachtung geschenkt wird. Genau dadurch kommt der Erfolg dieser Bildschirme zustande. Durch die optimale Platzierung die verbunden wird mit der optimalen Information der Kunden, die den Kunden zugleich aber auch unterhalten soll, lässt sich der enorme erfolg der Firma 7-Eleven erklären.
Es ist wichtig die Aufmerksamkeit der Konsumenten für sich zu gewinnen. Da über 70% der Kaufentscheidungen erst im Geschäft getroffen werden, ist es sinnvoll, den Kunden dort anzusprechen und zu informieren. Digital Signage ist hierfür definitiv ein geeignetes Medium. Dennoch ist es so, dass viele Unternehmen zu wenig Wert darauf legen, hier mit der Zeit zu gehen und es schlicht und einfach verpassen, die alten Bildschirme und Techniken, gegen neue auszutauschen. Dies ist schade, denn dadurch wird dieses Medium nicht richtig ernst genommen. Andererseits ist es aber so, dass digitale Medien in unserer Gesellschaft immer mehr an Bedeutung gewinnen. So gut wie jeder hat einen Internetanschluss und ein Handy. Viele junge Leute sind auf Blogs oder in Social Comunitys tätig. Auch der Begriff i-Pod oder i-Phone sind nichts neues mehr. Deswegen denke ich, dass Digital Signage eine gute Möglichkeit ist, die potentiellen Kunden direkt vor Ort anzusprechen. In den kommenden Jahren wird sich hier noch einiges tun. Immer mehr Firmen setzen auf diese Art zu werben und auch die technische Entwicklung auf dem Gebiet schläft nicht. Ständig gibt es Neuerungen. Das Medium wird sich in Zukunft noch stark weiter entwickeln und mit Sicherheit dann auch stärker eingesetzt werden, weil es die Kunden dann nicht nur informieren, sondern ihnen auch eine gute Unterhaltungsmöglichkeit bieten wird.