Ich heiße Fatma Ersoy und studiere an der Fachhochschule für angewandtes Management Wirtschaftspsychologie im 6. Semester. Meinen Schwerpunkt Markt- und Werbepsychologie habe ich meines Erachtens goldrichtig gewählt, denn es macht mir wirklich Spaß.
Neben dem Studium bin ich im E-Commerce Unternehmen Limango als Werkstudentin tätig. Und da mir beides zusammen noch immer nicht ausreicht
, wirke ich beim Deutsch-Türkischen Magazin ARI redaktionell mit.
Man kann es schon ahnen, meine Wurzeln liegen in der Türkei. Ich bin eine in Deutschland lebende Türkin und freue mich sehr, das Privileg zu besitzen, zwischen zwei Kulturen aufgewachsen zu sein.
Und deswegen habe ich im Rahmen des Kurses Projektseminar und diesem damit verbundenem Blog-Projekt das Thema Ethnomarketing gewählt. Was Ethnomarketing denn überhaupt ist, was die Kulturen damit zu tun haben und welche Beispiele es dafür gibt, werde ich in meinen folgenden Blog-Einträgen erläutern.
Also dann! Ich hoffe ihr habt genau so viel Spaß beim Lesen wie ich beim Schreiben
Mein Thema:
Und deswegen habe ich im Rahmen des Kurses Projektseminar und diesem damit verbundenem Blog-Projekt das Thema Ethnomarketing gewählt. Was Ethnomarketing denn überhaupt ist, was die Kulturen damit zu tun haben und welche Beispiele es dafür gibt, werde ich in meinen folgenden Blog-Einträgen erläutern.
Also dann! Ich hoffe ihr habt genau so viel Spaß beim Lesen wie ich beim Schreiben.
Definition und Besonderheiten
Mit dem Begriff Ethnomarketing (vom griech. ethnos = Volk) ist ein zielgruppenpezifisches Marketing für Angehörige unterschiedlicher Kulturen gemeint. Ethnomarketing ist eigentlich nichts anderes als Segment-Marketing – zugeschnitten auf eine ethnische Zielgruppe mit besonderen kulturellen Eigenarten.
Im Gegensatz zur Mehrheitsbevölkerung (in unserem Fall Deutsche) muss beim sogenannten Ethnomarketing unbedingt darauf geachtet werden, dass Sprache und kulturelle Besonderheiten der Migranten mit Berücksichtigung der verschiedenen Generationen angesprochen werden.
Ethnomarketing ermöglicht es also, eine Zielgruppe genauer kennen zu lernen und in dessen Lebenswelt einzutauchen. Nur wenn Wertvorstellungen und das Konsumentenverhalten der bestimmten ethnischen Zielgruppe durchschaut sind, kann Werbung in diesem Bereich erfolgreich sein.
Im Vergleich zu den USA und den Niederlanden wird Ethnomarketing von der Werbewirtschaft in Deutschland leider noch stiefmütterlich behandelt, wobei Marketingexperten schon längst erkannt haben, dass Verbraucher mit ausländischen Wurzeln eine sehr attraktive Käuferschicht darstellen. Die Bevölkerung Deutschlands setzt sich aus den verschiedensten Nationalitäten und Ethnien zusammen. Der Anteil der Bürger mit Migrationshintergrund wächst stetig und somit auch der Marktanteil für Unternehmen, die ihre Werbemaßnahmen dahingehend konzentrieren.
Mögliche, große Zielgruppen in Deutschland
Hier ein Ausschnitt aus einer Statistik:

Anzahl der Ausländer in Deutschland nach Herkunftsland (http://http://de.statista.com/statistik/daten/studie/1221/umfrage/anzahl-der-auslaender-in-deutschland-nach-herkunftsland/)
Anzahl der Ausländer in Deutschland nach Herkunftsland (http://http://de.statista.com/statistik/daten/studie/1221/umfrage/anzahl-der-auslaender-in-deutschland-nach-herkunftsland/)
Da der größte Bevölkerungsanteil unter den Migranten in Deutschland aus der Türkei stammt und auch ich persönlich türkischstämmig bin, beziehen sich alle weiteren Blogeinträge zum Thema Ethnomarketing auf die türkische Zielgruppe.
Quellen:
http://www.handelsblatt.com/unternehmen/industrie/strom-wird-tuerkisch;2436141
http://www.ethnomarketing.net/1-ethnomarketing-in-deutschland
Ethnomarketing in Deutschland – eine vielversprechende Zukunft
Das Potenzial erkennen
In Deutschland leben ca. 2,7 Millionen türkischstämmige Menschen. Davon besitzen ca. 910.000 die deutsche Staatsbürgerschaft. Somit beträgt der Anteil der Türkischstämmigen an der Gesamtbevölkerung in Deutschland ca. 3,2%.
Die Zielgruppe kann nach Geschlecht wie folgt aufgeteilt werden:
Einkommensstruktur der türkischen Haushalte in Deutschland
“Typisch türkisches” Konsumentenverhalten
(Alle Daten stammen aus Umfragen und Untersuchungen der Stiftung Zentrum für Türkeistudien und Data 4U – der Gesellschaft für Kommunikationsforschung.)
Seien es teure Autos und das Zubehör, Markenanzüge, technisch hochwertige Produkte oder Kosmetikartikel – in diesen Bereichen ist die türkische Zielgruppe sehr markenverliebt.
Das Potenzial nutzen
In Deutschland macht das Thema Ethnomarketing nur langsam Fortschritte. Das Kaufpotenzial bleibt von der Wirtschaft weitgehend ungenutzt – und genau das muss sich ändern, denn welches Unternehmen verzichtet gerne auf eine kaufkräftige Kundschaft?
Das Problem dabei ist, dass deutsche Unternehmen bisher den Zugang nicht geschafft haben oder sich einfach nicht trauen, neue “Marketingwege” zu gehen. Deswegen spielen heute Mitarbeiter mit Migrationshintergrund eine wichtige Rolle, weil sie die entsprechende Verbindung zum potenziellen Kunden schaffen können.
Die Entwicklungen in den letzten Jahren zeigen, dass immer mehr Unternehmen diesen Trend erkennen und sich dem ethnischen Werben zuwenden. Firmen wie Daimler Chrysler, E-Plus, Deutsche Bank, VW, Procter & Gamble haben die kaufkräftigen Verbraucher entdeckt und sich in diesem Feld schon versucht.
Quellen:
http://www.tnmedia.de/de/dermarkt/
http://www.data4u-online.de/index.php/die-zielgruppe/fakten/
Bei der Betrachtung des Themas Ethnomarketing ist nicht nur interessant, zu erfahren, welch enormes Potenzial hinter der Zielgruppe steckt, sondern auch die Meinung von Experten. Wie ist dieser Trend aus Ihrer Sicht zu sehen und worauf muss man achten?
Derya Altay, Geschäftsführerin Eurotürk GmbH Verlag, Events & Projekte, ist Expertin in diesem Gebiet. Das Magazin eurotürk berichtet über das deutsch-türkische Wirtschaftsleben und dessen Verbindungen zu anderen Bereichen der Gesellschaft sowie in die Türkei. Einen besonderen Schwerpunkt bilden Fachthemen des Handels. Dabei wird die Redaktion von eurotürk vom Bundesfachverband des Türkischen Groß- und Einzelhandels e.V. (BTGE) unterstützt. eurotürk wendet sich hauptsächlich an türkischstämmige Unternehmer und Händler in ganz Deutschland sowie deren deutsche Partner. Alle Beiträge des zweimonatlich erscheinenden Magazins werden parallel sowohl in Deutsch als auch in Türkisch publiziert.
(Quelle: http://www.eurotuerk.de)
Derya Altay – Geschäftsführerin der Eurotürk GmbH Verlag, Events & Projekte
Ein Beitrag von Derya Altay zum Thema:
Ethnomarketing – Neue Kunden, neue Wege
Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Millionen von türkischstämmigen Menschen bilden in Deutschland eine lukrative Zielgruppe. Doch obwohl in Zukunft jeder Fünfte in Deutschland einen Migrationshintergrund haben wird, befindet sich hierzulande Ethnomarketing noch in den Anfängen. Verwunderlich, da Experten von einer Kaufkraft von über 80 Milliarden Euro ausgehen.
Vorreiter des Ethnomarketings waren die USA, wo schon in den 70er Jahren Marketingkonzepte für Schwarze, Hispanos und Asiaten entwickelt wurden. Der Grundgedanke: Es reicht nicht aus, Werbetexte zu übersetzen. Soll die Werbung ankommen, muss sie das jeweilige Lebensgefühl berücksichtigen. Auf dem nordamerikanischen Kontinent, in England und den Niederlanden ist das spezielle Marketing keine Seltenheit mehr.
Umsatzträchtige Kundenkreise
Auch in Deutschland gibt es seit den 90er Jahren vielversprechende Ansätze. Eine Reihe von Branchen haben in den letzten Jahren kontinuierlich im Ethno-Bereich Aktionen und Kampagnen durchgeführt. Neben der Telekommunikationsbranche existieren Banken, Automobil- und Medien-Unternehmen, die das Thema Ethnomarketing weiterentwickelten, um die Marktpotenziale in anderen Kulturkreisen zu erobern und auszuschöpfen.
Beispiele hierfür stellen mehrere Banken durch angepasste Kommunikationsmittel sowie Kabelnetzbetreiber und Pay-TV-Anbieter durch sprachbezogene Kanalbündelungen dar. Diese Aktivitäten zeigen deutlich, dass ein Anstieg von Ethnomarketing-Projekten zu erwarten und zum Teil schon feststellbar ist.
Neue Kunden erkennen
Ethnomarketing ist nur dann erfolgreich, wenn Produkte sinnvoll auf die Bedürfnisse der Bürger mit Migrationshintergrund angepasst werden und zielgruppengerechte Komponenten beinhalten. Angesichts der allgemeinen Bevölkerungsentwicklung in Deutschland, angesichts des hohen Potenzials gerade der türkischstämmigen Menschen und der Notwendigkeit für deutsche Unternehmen, neue lukrative Zielgruppen zu erschließen, ist daher davon auszugehen, dass Ethnomarketing eine deutliche Steigerung verzeichnen wird. Neuerungen im Marketing sind schließlich so wichtig wie technische Innovationen, ohne die es keine Weiterentwicklung gibt.
Derya Altay
Titelblatt des Magazins eurotürk – Heft Nr.34. Rund 52 Seiten Text und Bild widmen sich dem Thema Ethnomarketing.
Erfolgsbeispiel: “Volkswagen Türkçe konuşuyor”
„Volkswagen Türkçe konuşuyor“ = “Volkswagen spricht Türkisch”
Die Volkswagen AG begann 2005 mit dem Projekt in Berlin und hat sich inzwischen auf ganz Deutschland ausgebreitet. Der Automobilriese ist mit dieser Kampagne, die sich an die in Deutschland lebenden Türken richtet, mit sehr gutem Beispiel vorangegangen.
Ziel und Zielgruppe
Individuelle Ansprache der türkischstämmigen Kunden.
„Mit unserem innovativen Ethnomarketing-Projekt möchten wir die Kunden mit türkischer Herkunft noch gezielter und individueller ansprechen. Mehr als 40 türkischsprachige Verkaufsberater arbeiten deshalb nach intensiven Schulungen bereits in unseren Händlerbetrieben. Mit dem Projekt und seiner Werbekampagne sowie dem jetzt ausschließlich für die türkischen Kunden produzierten TV-Spot zeigen wir nachhaltig unsere Verbundenheit mit dieser sehr wichtigen Kundengruppe”, sagt Detlef Wittig, Vertriebschef des Volkswagen Konzerns.
Werbebotschaft
“VW spricht Türkisch” (Kunden mit türkischem Hintergrund haben seit 2005 die Möglichkeit, Verkaufsgespräche und Beratungen – den Service allgemein – in der eigenen Muttersprache in Anspruch zu nehmen).
Das in 2005 erfolgreich gestartete Ethnomarketing-Projekt von VW wurde durch Printmedien, PR und Radio kommuniziert. Zu den Printmedien gehörten unter anderem die großen türkischen Tageszeitungen Hürriyet und Türkiye. Seit 2008 bietet der Automobilkonzern auch Online-Services auf Türkisch an. Auf der Internetseite www.vw-tuerkce-konusuyor.de können angebotene Dienstleistungen seit 2008 auch auf türkisch abgerufen werden. Neben Informationen zur Kampagne werden Events, Modelle und türkische Ansprechpartner, die für den Kunden erreichbar sind, mit Bildern gezeigt.
Die Krönung – das “i”-Tüpfelchen
2008 setzt VW einen 38-sekündigen TV-Spot ein, der die laufende Print- und Radiokampagne verstärken soll. Der Spot wurde bundesweit von allen wichtigen türkischen Fernsehsendern in Programmen für Europa ausgestrahlt.
VW TV-Spot 2005: \”Volkswagen Türkçe konuşuyor\”
Der Spot, der ohne Dialoge auskommt und Situationskomik über die Bildsprache einsetzt, wurde unter der Regie von Yücel Yolcu mit insgesamt neun Darstellern in Berlin-Kreuzberg gedreht. Ein Vater, der seine Tochter über alles liebt, sorgt sich darum, mit welchen Männern sie ausgeht, und schaut sich die Bewerber äußerst skeptisch an. Der neue Volkswagen Tiguan schließlich trägt entscheidend zum Happyend für alle Beteiligten bei. Den Werbespot produzierte die Fullservice-Agentur KOM Media & Marketing in Zusammenarbeit mit der Werbeagentur DDB Berlin und der Produktionsfirma Telemaz Commercials (Quelle: https://www.volkswagen-media-services.com/medias_publish/ms/content/de/pressemitteilungen/2008/03/14/erster_tv-spot_verstaerkt.standard.gid-oeffentlichkeit.html).
Die Message ist angekommen – Der Spot war ein Erfolg
TV-Beitrag des RBB vom 16.03.2009 (Quelle: www.youtube.de):
Quellen:
http://www.vw-spricht-tuerkisch.de/vwcms/master_public/virtualmaster/de_tr/die_idee/presse.html
Falkner, J./ Leger, K. (2008). Deutsch-türkisches Wirtschaftsjahrbuch 2008/2009. Münster: OWC-Verlag.
Chancen und Risiken von Ethnomarketing
Zusammengefasst: Chancen bzw. Vorteile von Ethnomarketing
Gefahren, die sich auf die türkische Zielgruppe beziehen:
Kurze Übersicht der Vorzüge und Gefahren:
Vor- und Nachteile des Ethnomarketing
Involvement-Situation der Zielgruppe
Kurz: Was ist Involvement?
Mit Involvement ist der Grad der sogenannten “Ich-Beteiligung” des Kunden gemeint. Unterschieden wird grundsätzlich zwischen “High-Involvement” und “Low-Involvement”. Zwei Beispiele zur Verdeutlichung:
Involvement-Situation der türkischen Zielgruppe, während der VW-Spot lief
Man geht allgemein davon aus, dass bei Fernsehwerbung 95% aller gesendeten Informationen verloren geht. Das Angebot wird nur mit geringer Wahrscheinlichkeit wahrgenommen. VW stand vor dieser Herausforderung, die low-involvierte Zielgruppe zu erreichen. Damit das gelingt, muss die Kernbotschaft klar und unmissverständlich transportiert werden. Zudem müssen Reize dargeboten werden, die die Aufmerksamkeit auf sich ziehen. VW hat das folgendermaßen umgesetzt:
Quelle:
http://www.markenlexikon.com/glossar_i.html
Ausblick: Zukunft des Ethnomarketing
am 4. Sep. 2010 | Keine Kommentare
Ethnomarketing in Deutschland noch in Kinderschuhen
In Deutschland gibt es im Vergleich zu anderen Kommunikationsinstrumenten, unter anderem auch zu den in diesem Blog dargestellten anderen Themen, deutlich weniger wissenschaftliche Publikationen und Fachliteratur. Eine positive Entwicklungstendenz ist dennoch gut zu erkennen. Die Anzahl der Veröffentlichungen in den letzten 2-3 Jahren ist deutlich gestiegen.
Die Bedeutung wird nach und nach von Wirtschaft und Unternehmen erkannt

Man kann sehr stark davon ausgehen, dass Ethnomarketing auch in den nächsten Jahren ein aktuelles Thema sein wird. In Zeiten übersättigter Märkte müssen Unternehmen neue Marktnischen finden, um ihren existenzsichernden Absatz zu steigern. Da die Zahl der Menschen mit Migrationshintergrund (Ausländer, Eingebürgerte) in Deutschland stetig wächst, stellt sie für die Wirtschaft eine interessante und äußerst kaufkräftige Zielgruppe dar. Die Multi-Kulti-Gesellschaft gewinnt, auch wenn von manchen nicht gewollt, immer mehr an Bedeutung. Trotz berechtigter Bedenken aus unternehmerischer Sicht, durch den Einsatz solcher Ethno-Strategien, bestehende, konservative Kunden zu verlieren, dürfen sie den Anschluss nicht verpassen.
Die Herausforderung

Mit dem Bemerken der interessanten Käuferschicht ist es allerdings noch nicht getan. Die womöglich größte Herausforderung ist der tatsächliche Zugang zur ethnischen Zielgruppe. Die Verbindung der – in unserem Fall türkischen – Sprache mit kutlurellen und historischen Werten in Hinblick auf die Werbebotschaft ist nicht immer ganz einfach. Wie tickt ein (Deutsch-)Türke? Welche Vorlieben hat er? Was sind absolute No-Gos? Wie relevant ist meine Dienstleistung für die Zielruppe? Welche Ethnomedien (türkische Fernsehsender, Radiosender, etc.) nutze ich? Welche Generation spreche ich an?
Ethnomarketing online
Das Internet ist längst ein selbstverständlicher Bestandteil, wenn es um die Umsetzung von Marketingmaßnahmen geht. Auch hier haben Unternehmen die Möglichkeit, potenzielle Kunden mit Migrationshintergrund gezielter anzusprechen. Beispielsweise bei Google können Unternehmen die Gelegenheit nutzen, Werbung auf verschiedenen Sprachen zu schalten. Auch der unternehmerische Web-Auftritt ist ein Mittel, um an ethnische Zielgruppen heranzutreten. Wer eine bestimmte ethnische Zielgruppe fokussiert, sollte bedenken die eigene Webpräsenz entsprechend sprachlich anzupassen und um die frei wählbare Sprachoption z.B. “türkisch” zu erweitern.
Quelle: http://www.ethnomarketing.de/deutschland/59-ethno-marketing-geht-online-.html
Persönliche Betrachtung
Ich bin eine in Deutschland lebende Türkin und kenne beide Kulturen – ich lebe zwischen beiden Kulturen. Einerseits in der deutschen Arbeits- und Bildungswelt; hinzu kommen natürlich auch Bekanntschaften, Freunde, Behörden etc. Andererseits in der türkischen Welt, in der ebenfalls Freunde und Bekannte existieren und nicht zuletzt die Familie hier und dort (in der Türkei). Ich zähle mich zur zweiten Generation der Türken in Deutschland (TiD) und behaupte, mich hier erfolgreich integriert zu haben. So integriert ich aber auch sein mag, die türkische Welt, in der ich sehr gerne Musik höre, ins Kino gehe, lese, spreche, esse und vieles vieles mehr mache, wird mich immer begleiten. Ich denke, mit dieser Einstellung stehe ich unter meinen Landsleuten nicht alleine. Natürlich sprechen mich Werbebotschaften, die an die Mehrheitsbevölkerung gerichtet sind, ebenso an wie sie meine deutsche Freundin ansprechen. Trotzdem ist es interessant zu sehen, wenn plötzlich deutsche Unternehmen mit türkischsprachigen Slogans werben. Die Aufmerksamkeit ist geweckt und man möchte wissen, worum es geht. Ach wenn es für Unternehmen in erster Linie wirtschaftliche Interessen sind, empfinde ich es als einen unheimlichen Fortschritt für die Integration. Bei dem Thema aufkommende Bedenken, dass Ethnomarketing eher integrationsbremsend statt -fördernd ist, kann ich persönlich nicht nachvollziehen
Exkurs: Erfolgsbeispiel Ethnomarketing – Ja oder Nein?
Um den ersten Eindruck zu gewinnen, bitte ich Euch folgendes Video anzuschauen:
Das Video zeigt eine junge, hübsche arabische Frau, die sich nach der Dusche verführerische Dessous anzieht. Bevor sie auf die Straße geht, zieht sie sich eine Burka über.
Der Online-Dessous-Shop “Liaison Dangereuse” zeigt im Internet (Oktober 2009) einen Werbespot, in dem die deutsche TV-Moderatorin Miriam Wimmer in die Rolle der hübschen Orientalin schlüpft. Am Ende sieht man den Schriftzug: “Sexiness für alle. Überall.”
Von euch möchte ich nun wissen, wie ihr dieses fragwürdige Video beurteilt (bitte nur qualifiziert neutrale Kommentare; hier geht es ausschließlich um die Beurteilung des Werbespots).
fragen Sie H.Bora mal,von wem ER das VW-KONZEPT geklaut hat????Sowas kann er sehr gut:-)))Er kann selber gar nichts….
Ich finde diese Werbung sehr gelungen! Hier wurde die religiöse Komponente mit der modernen super kombiniert. Denn wer weiß schon, was eine Frau unter ihrer Burka trägt?
Hallo Fatma…
Ich glaub sgar, dass ich bei Recherchen auf deiner Seite war…
na gut, dass sich unsere Zahlen so einigermaßen decken!
Ich bin dankbar für derlei Infos, weil ich gerade auch an meiner Thesis sitze und über das Konsumentenverhalten von Türken schreibe… wenn du also hilfreiches Infomaterial hast: gerne melden!
Meine E-Mail siehste ja.
LG