Mobile Marketing, M. Struppler

Maximilian Struppler

Mein Name ist Maximilian Struppler, ich studiere momentan im 7ten Semester Wirtschaftspsychologie mit Spezialisierung auf Markt- und Werbepsychologie an der Fachhochschule für angewandtes Management in Erding. Vor meinem Studium habe ich bereits die Ausbildung zum Veranstaltungskaufmann abgeschlossen.  Parallel zu meinem Studium arbeite ich als Werkstudent bei der McDonald’s Deutschland Inc. im Kids, Teens & Family Marketing und habe dadurch bereits Erfahrungen im Bereich Online Marketing gesammelt.  Im Rahmen dieses Internetblogs werde ich das Thema Moblie Marketing vorstellen.

Thema

Ich habe mich für das interessante Thema Mobile Marketing zu dem auch das  Mobile Advertising zählt entschieden das erst durch die Einführung des Apple iphone vernünftig genutzt werden kann. Begeistert haben mich von Anfang an die Funktionalität und die damit verbundene Bedienerfreundlichkeit  der neuen Generation der Mobiltelefone. Plötzlich hat sich eine ungeahnte aber sehr präzise Möglichkeit der mobilen Werbung erschlossen und das doch auf ganz unterschiedliche Art und Weise.  Das Spektrum reicht von den ursprünglichen Werbemaßnahmen via  SMS, MMS über die Platzierung von Werbung in Handyprogrammen wie beispielsweise die Integration in Handyspiele. Im Laufe dieses Blogs werde ich die  Möglichkeiten und die Berechtigung des Mobile Marketing erläutern.

Definition

Unter dem Begriff Mobile Marketing werden alle Werbemaßnahmen zusammengefasst, die  es erlauben den  Konsumenten direkt auf einem Mobiltelefon zu erreichen und bei ihm ein bestimmtes Verhalten auslösen sollen.

Des Weiteren muss der Begriff Mobile Advertising der meist mit Mobile Marketing gleichgesetzt wird abgegrenzt werden.

„Unter Mobile Advertising wird die kampagnenorientierte Unterstützung der Marketing- und Kommunikationspolitik auf mobilen Endgeräten durch den Einsatz mobiler Datendienste verstanden – die über die bloße Sprachtelefonie hinausgehen.“ [Wohlfahrt, J. (2002): Wireless Advertising, in: Wilhelm, T / Silberer, G. / Wohlfahrt, J. (Hrsg.): Mobile Commerce. Grundlagen, Geschäftsmodelle, Erfolgsfaktoren, Wiesbaden, S. 245-263]

Somit ist das Mobile Advertising als Teildisziplin des Mobile Marketings zu verstehen. Ein Auftraggeber schaltet beispielsweise eine Werbeanzeige in einem Handyspiel, ähnlich wie bei der Bannerwerbung im Internet.

Geschichte des Mobile Marketing

Back to the roots!

Möchte man die Erfolgsgeschichte des Mobile Marketing nachvollziehen, so wird man zwangsläufig zu dem Schluss kommen, dass die Entwicklung der Mobilfunktechnologie eine entscheidende Rolle spielt.

Zu Beginn der deutschen Mobilfunkgeschichte, Anfang der 90er Jahre, war die einzige Möglichkeit Mobile Marketing zu betreiben, die den Adressaten der Werbebotschaft anzurufen, was als Telefonmarketing bezeichnet wird. Unterschieden wird zwischen Inbound- und Outbound- Telefon- Marketing, je nachdem wer mit wem Kontakt sucht. Nimmt eine Peron mit einem Unternehmen Kontakt auf um Informationen anzufordern oder eine Bestellung zu platzieren, spricht man von Inbound- Telefon- Marketing. Das Unternehmen hat die Gelegenheit über seinen Kundenservice absatzfördernde Maßnahmen zu kommunizieren. Sucht das Unternehmen den direkten Kontakt zur Zielgruppe ist vom Outbound- Telefon- Marketing die Rede. Auch SMS- und MMS- Ansprachen werden ursprünglich  diesem Marketingtool zugeordnet (vgl. Kreutzer, 2010). Die erste SMS (Short Message Service) ins deutsche Mobilfunknetz wurde im Jahr 1993 verschickt (vgl. Lischka, 2009). Somit war es Handynutzern möglich 160 Zeichen lange Textnachrichten auf andere Mobiltelefone zuschicken.

WAP / GPRS

Pünktlich zum Millennium wurde den Nutzern die WAP (Wireless Application Protocol) Technologie zur Verfügung gestellt, deren Ziel es ist Internetinhalte für langsamere Übertragungsraten und die kleinen Displays der Mobiltelefone verfügbar zu machen. Bei der Nutzung des WAP gelangte der User vorerst auf das WAP -Portal seines Anbieters, dieser stellte dort gewisse Dienste wie, beispielsweise, den Blumendienst von Fleurop und die Deutsche Bahn Fahrplanauskunft zur Verfügung. Somit musste jeder WAP-Nutzer an den beworbenen Services seines Anbieters „vorbei“ um ins Internet zu gelangen. Allerdings setzte sich WAP nicht wirklich durch, da die Nutzung in GSM- Netzen (Global System for Mobile Communications) zu langsam, zu instabil und, aufgrund der keinen Handydisplays, zu schwer zu navigieren war. Außerdem glaube ich, einem Großteil der Kunden war einfach nicht bewusst wie sie ihr Mobiltelefon richtig für diesen Dienst konfigurieren und sie wurden von hohen Verbindungskosten abgeschreckt. Durch die Einführung von GPRS (General Packet Radio Service) wurde die Nutzbarkeit etwas besser, da die Geschwindigkeit erhöht wurde, die Nutzung durch die Mobiltelefone blieb jedoch schwerfällig.

UMTS / MMS

Im April 2004 kam schließlich das langersehnte UMTS (Universal Mobile Telecommunications System) auf den Markt, welches eine stabile und leistungsfähige Datenverbindung ermöglichte. Mittlerweile gab es auch schon das ein oder andere Mobilfunkgerät, mit dem sich das mobile Surfen einigermaßen vernünftig umsetzten ließ. Es waren jedoch meist immer noch Modelle die man über kleine Joysticks, Tasten, oder Kugeln den Curser bewegen mussten. Hinzu kam, dass UMTS Datenverbindungen anfangs sehr teuer waren, weil die deutschen Mobilfunkanbieter für die begrenzten Lizenzen rund 50 Milliarden EURO ausgegeben hatten und die Kosten an die Endverbraucher weiter gaben. Im gleichen Jahr war es erstmalig möglich Bilder von Handy zu Handy oder an Emailkonten zu verschicken. Die MMS (Multimedia Messaging Service) war geboren. Wurde einem vor 2004 ab und an mal eine piepsende Werbebotschaft auf Handy geschickt war diese meist wenig spektakulär, weil sie in reiner Textform war. Der Höhepunkt war die sogenannte ASCII Art, in der mit den zur Verfügung stehenden Schriftzeichen Bilder „gemalt“ wurden. Dank der MMS und den Fotohandys wurde es bunt, denn die Netzbetreiber nutzten anfangs hauptsächlich die Technologie um ihre Kunden mit Geburtstagsglückwünschen, Gewinnspielen und Rabattaktionen zu amüsieren.

Beispiel für ASCII Art:

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Mobile Marketing durch den blauen Zahn (Bluetooth)

Bluetooth stellt ebenfalls eine Komponente des Mobile Marketings dar.

War Bluetooth ursprünglich im Bereich Mobilfunk zum schnellen Austausch von Telefonbucheinträgen oder anderer Daten zwischen Mobiltelefonen oder Computern gedacht, hat sich zusätzlich noch ein weiterer Verwendungszweck heraus kristallisiert. Die Installation von Bluetooth-Zonen bietet Unternehmen die Chance Werbung am POI/ POS schnell und einfach auf die Handys von potentiellen Kunden zu schicken. Zudem besteht die Option Content (Bilder, Klingeltöne, Handyprogramme) zum kostenlosen download bereit zu stellen. Zusätzlich kann man die Aktivitäten der User tracken um festzustellen welche Inhalte für potentielle Kunden von besonderer Bedeutung sind und so die Inhalte ständig an die Bedürfnisse der Kunden anzupassen (vgl. Smart & Wireless, 2010).

Rolle von Anbietern für Klingeltöne und Mobiltelefonanwendungen

An dieser Stelle sollten auch die Einflüsse von Jamba und Konsorten erwähnt werden, die einen wahren Hype um Bildschirmhintergründe, Bildschirmschoner, Klingeltöne und Handygames auslösten und viele Jugendliche durch ihre undurchsichtiger Kostenstruktur in finanzielle Schwierigkeiten trieben. Jamba war zeitweise der größte unabhängige Anbieter von mobilen Inhalten im Bereich Mobile Gaming in Deutschland und machte somit Handys für die junge Zielgruppe attraktiver als nie zuvor. Die Bewerbung der Spiele und Klingeltöne erfolgt zwar im Fernsehen, aber durch die abgeschlossenen Abonnements kann der Nutzer jeden Monat neuen Content auf sein Mobilfunktelefon laden. So hat die Musikindustrie, zum Beispiel durch Jamba, die Möglichkeit ihre neusten Songs zu bewerben. Die Filmindustrie vermarktet ihre neusten Filme über Jamba, indem sie Handygames zu aktuellen Filmen zum download bereitstellen. Zusätzlich bieten Handygames die Möglichkeit der „ingame“ Werbung. Ähnlich wie bei Filmen, in denen das sogenannte Product Placement schon länger zum Einsatz kommt, wird hier im Spiel ein Produkt oder eine Marke beworben. Die Jamba Kunden freuen sich- zumindest Diejenigen, die sich über die Konsequenzen des Abonnementabschlusses im Klaren waren — das sie ihrem Handy und damit sich selbst einen individuellen Touch geben können. Anbieter von Handyanwendungen stellten somit für die Unterhaltungsindustrie eine Gelegenheit dar ihre Produkte auf den Handys ihrer Zielgruppe zu bewerben.

Die Revolution

Am 9ten November 2007 war es dann endlich soweit: die Apple Inc. brachte ihr lang angepriesenes iPhone auf den deutschen Markt und sorgte damit für gravierende Veränderungen, was den Mobilfunk und somit auch das Mobile Marketing betrifft. Über die bisher ungeahnten Möglichkeiten, die das iPhone im Bereich des Mobile Marketing mit sich gebracht hat, möchte ich in einem extra Kapitel näher berichten. Durch die Einführung des iPhones etablierten sich auch mehr und mehr günstige Internet Flatrates, die ein günstiges Surfen über Smartphones erst möglich machten.

Beispiele für neue Werbemöglichkeiten durch das iphone:



Quellen:

Kreutzer, R. T. (2010). Praxisorientiertes Marketing. Wiesbaden: Gabler.

Lischka, K. (2009 6-Mai). Spiegel.de. Retrieved 2010  28-Januar from Kurznachrichten per Telefon : http://www.spiegel.de/netzwelt/tech/0,1518,622831,00.html

Schnabel, P. (2009). elektronik-kompendium. Retrieved 2010 27-Januar from GMS / GPRS: http://www.elektronik-kompendium.de/sites/kom/0910181.htm

Smart & Wireless, G. (2010). Smart & Wireless GmbH. Retrieved 2010 30-Januar from Bluetooth Marketing: http://www.saw.biz/bluetooth-marketing/

Relevanz

Warum hat sich diese Art der Werbung nach all den Startschwierigkeiten doch durchgesetzt und wird auch in Zukunft weiter an Bedeutung gewinnen. Das liegt an zwei Punkten. Einmal wird der technische Fortschritt die Mobiltelefone immer kleiner und leistungsfähiger machen. Was wiederum die persönliche Beziehung der Menschen zum Mobiltelefon verstärkt.

Schließlich können sich die wenigsten Menschen dem technischen Fortschritt verwehren. Kann man heute schon in vielen Teilen der Welt mobil telefonieren und surfen, so wird dass in Zukunft Dank der immer stabileren Netzen in den meisten Lebenssituationen möglich sein. Stellen Sie sich einmal vor Sie könnten egal was Sie grade machen Ihre Emails abrufen, im Internet surfen oder eben einfach nur telefonieren. Und die Anfänge sind schon lange gemacht. So kann man heute schon in der Münchner U-Bahn zwischen Odeonsplatz und Sendlinger Tor telefonieren und im Internet surfen. Auch das telefonieren mit dem eigenen Handy über den Wolken wird bald zur Selbstverständlichkeit. Schließlich wurden bereits Mitte 2008 durch die Europäische Kommission die Vorraussetzungen dafür geschaffen (unbekannt, 2008). Der billig Fluganbieter „Ryanair“ bietet diesen Service seit Anfang 2009 seinen Fluggästen und wird ihn weiter ausbauen. Es ist also nur noch eine Frage der Zeit bis auch andere Fluglinien diesen Service ihren Gästen nicht mehr vorenthalten möchten.

Dieses Beispiel soll verdeutlichen dass wir alleine durch den immer größer werdenden Aktionsradius der Handynutzung das Mobiltelefon als andauernden unfraglichen Begleiter in allen Lebenssituationen wahrnehmen und nicht verzichten können. Hinzukommt das Handys stets kleiner, dazu noch leistungsstärker und die Nutzung dauernd günstiger wird.

Warum also sollte man diese persönlichste und direkteste Form der Werbung als Werber nicht wahrnehmen? Die Jugendlichen oder besser gesagt die Kinder bekommen die Handynutzung heutzutage an sozialisiert. Ein Handy ist augenblicklich mehr als nur ein Gerät mit dem man mal kurz die Oma anrufen kann. Nein es sind mehr und mehr Computer das es einem ermöglicht unterwegs das zu erleben wofür früher noch ein Computer, ein Fernseher oder Radio nötig war. Ich möchte an dieser Stelle so weit gehen und die neue Handygeneration als die personalisierte Werbetafel der Zukunft bezeichnen.

So brodelte vor der Einführung des neuen Google-Smartphones Nexus One die Gerüchteküche, das dieses Telefon bei Vertragsabschluss gratis erhältlich sein wird und das weil es sich durch Werbung finanziert. Stellen Sie sich einmal vor der Akku eines Handys wäre so stark, dass der Bildschirm gekoppelt mit einem Lichtsensor immer aktiv sein könnte. Dann könnte der Mobilfunkanbieter rund um die Uhr personalisierte Werbung auf den Display schicken. Im Fall von Nexus One hätte die Integration der Werbung vielleicht in Form von Bannern stattgefunden, die bei der Benutzung immer wieder durchs Bild gelaufen wären. Wie einem Artikel der FAZ.NET zu entnehmen ist hat sich Google aber dann doch nicht dazu durchgerungen die Finanzierung des Telefons der mobilen Werbung zu überlassen. Im Moment sind die Umsätze der mobilen Werbung wohl (noch) zu gering (Schmidt, 2010).

Als Unternehmen muss man um konkurrenzfähig zu bleiben aufmerksam sein wo man wie wirbt. Stellt man heutzutage fest, dass die jungen Zielgruppen besonders in Onlinemedien zu erreichen sind, muss man frühzeitig in diesen Trend investieren oder besser ihm schon einen Schritt voraus sein. Da das Onlineleben in Zukunft mehr und mehr losgelöst vom heimischen Computer auf mobilen Geräten stattfinden wird, gilt es jetzt schon diese Plattform in den Kommunikationsmix zu integrieren. Fraglich ist in diesem Zusammenhang auch welche Rolle Tablet PC’s spielen werden, da diese zunehmend auch über eigenständige Datenverbindungen verfügen d.h. sie arbeiten mit eigener Simkarte. Vor allem auf Grund des größeren Displays ist damit zu rechnen, dass sich die mobile Internetnutung auf diese Geräte verlagert.

Zugleich beinhalten die Tablet PC’s die Grundidee des Amazon Kindle, nämlich das lesen von elektronischen Büchern. Und auch hier sind die Chancen für In- book- Marketing riesig. Vielleicht wird es in Zukunft vergünstigte eBooks geben, bei denen nach dem lesen von ein paar Seiten Werbung geschaltet wird.

Quellen :

Schmidt, H. (2010, Januar 05). FAZ.NET. Retrieved März 16, 2010, from Die Revolution bleibt aus: Googles Handy Nexus One enttäuscht: http://faz-community.faz.net/blogs/netzkonom/archive/2010/01/05/google-handy-nexus-one.aspx

unbekannt. (2008, April 07). Mobil telefonieren im Flugzeug künftig erlaubt. Retrieved März 16, 2010, from FAZ.NET: http://www.faz.net/s/Rub99C3EECA60D84C08AD6B3E60C4EA807F/Doc~E6D87257BF5C24FD0B774D28BA94A9CB4~ATpl~Ecommon~Scontent.html

Ziel des Mobile Marketing

Ziel dieses Marketingtool ist es zu Informieren und oder zu Unterhalten, um damit direkt das Kaufverhalten der Kunden zu beeinflussen oder um die Marke zu bewerben. Damit ist das Mobilemarketing sowohl für Sales, wie auch Branding Werbemaßnahmen geeignet. Meist sind die Übergänge aber fließend. Wo ordnet man beispielsweise das iphone App „Dr. Oetgers Rezeptideen“ ein? Dient es auf der einen Seite die Dr. Oetger Produkte zu bewerben und auf der anderen Seite bekommt Dr. Oetger damit ein charmantes, zeitgemäßes Image verpasst. Das Programm stellt mit seinen Rezeptideen für jede Lebenslage eine Arbeitserleichterung dar die das Leben einfacher machen soll, somit hilft Dr. Oetger dem Kunden Zeit und Geld zu sparen. Ein Beispiel für eine Salesmaßnahme ist das Beispiel von McDonald’s in England. In Großbritannien wurde bereits 2002 ein großer mobiler Marketingfeldzug gestartet. Eingebunden wurden dort alle 1200 McDonald’s-Restaurants. Alle mittleren und großen Pommes-Frites-Verpackungen enthielten einen Gewinncode und eine SMS-Nummer. Wer an der Aktion teilnahm, wurde sofort darüber informiert, ob er gewonnen hatte oder nicht. Verlost wurden Preise im Wert von mehreren Millionen Euro und trotzdem war dies für McDonald’s eine kostengünstige Alternative zur klassischen Werbung (Gründel, 2002). Die Kunden werden von tollen Preisen in die Restaurants gelockt und greifen um etwas zu gewinnen gerne auf die ihnen vertraute SMS zurück. Durch Mundpropaganda verbreiten sich die Gewinnerstorys und die Nachfrage der Produkte mit Gewinncodes steigt.

Mobile Marketing kann sowohl als flankierende Werbemaßnahme zu einer großen Kampagne gefahren um beispielsweise den Erfolg der Kampagne „below the line“ zu unterstreichen. Es ist aber auch möglich wie im McDonald’s Beispiel die mobile Anwendung als Anlass für eine  Werbemaßnahme zu nutzen. Wichtig ist in diesem Zusammenhang aber meistens, dass den Kunden noch andere Touchingpoints geboten werden um die nötige Awareness zu schaffen.

Praxisbeispiele für Mobile Marketing

Im Folgenden möchte ich zwei Beispiele für den Einsatz von Mobile Marketing anführen. Leider werden auf Grund der aufwendigen Erfolgsmessung von solchen Aktionen nur selten Erfolgskennzahlen angegeben, so dass mir auch bei diesen Bespielen keine Zahlen vorliegen. Allerdings kann man bei der Skype Kampagne auf Grund der doch ganz ordentlichen Klickraten des Youtube Werbevideos von ca. 260000 Klicks davon ausgehen das die Aktion erfolgreich gewesen ist.

Gardena

Auch Billboards können um ihren Effekt noch zu verstärken mit Mobile Marketing kombiniert werden. Mitte 2005 wurde gegenüber des Dortmunder Hauptbahnhofs ein 170 Quadtatmeter großes Poster des Gartenspezialisten Gardena installiert. Das besondere an dem Billboard war, dass es eine riesige dreidimensionale Gartenbrause beinhaltete, die Passanten per Handy oder Internet betätigen konnten. Das Billboard zeigte einen Jungen auf den Schultern seines Vater mit einer Brause in der Hand. Durch die Headline “ Versprühen Sie Lebensfreude! Mit den neuen Gardena Brausen” wurde der Betrachter animiert, eine SMS mit dem Kennwort “Gardena” an eine Telefonnummer zu senden, umgehend wurde die Dusche aktiviert. Nach dem Auslösen bekam der Nutzer eine Feedback SMS mit der er erfuhr ob die Aktivierung erfolgreich war  (Küllenberg & Quente).

Skype

Eine andere sehr innovative Kampagne hat sich die Ebay- Tochter Skype vor einem Monat einfallen lassen. Ziel der Kampagne war es den Kunden zu zeigen dass sich Skype auch problemlos auf Mobilfunktelefonen in der Natur bei den Lieblinsaktivitäten nutzen lässt, ja sogar noch kreativer macht. Die Kampagne war folgendermaßen aufgebaut: Skype engagierte rund um die Welt Künstler die inspiriert von Skype Anrufern neue Kunst kreieren sollten. Dafür standen fünf Künster aus unterschiedlichen Kontinenten zur Verfügung und interpretierten die Nachrichten der Anrufer um diese in  “Outdoor Art” zu verwandeln.

Die eingegangenen Nachrichten wurden sofort umgesetzt, entweder als in einen Baum geschnitze Figur wie es in der Türkei der Fall war oder als Theateraufführung auf in den Straßen Tokios.

Alle Künstler hatte die mobile Skype Applikation auf ihrem Handy installiert, so dass jeder auf der Welt einen von Ihnen anrufen oder ihm eine Voice Nachrichten hinterlassen konnte. Die Nachrichten wurden dann in ungewöhnliche Outdoor Aktionen umgesetzt. Die Aktivitäten wurden von der Agentur PULSE gefilmt und im Internet veröffentlicht so dass jeder sehen konnte was aus seinem ursprünglichen Anreiz geschaffen wurde (POKE, 2010).

Skype Outside

Wahrnehmungssituation der Werbezielgruppe

Da es sich beim Thema Mobile Marketing um ein sich ständig weiterentwickelndes Tool handelt das vermutlich erst am Anfang seines Lebenszyklus steht sind auch die Situationen in denen die Zielgruppe die Werbung wahrnimmt ganz unterschiedlich.

Kroeber-Riel definiert die Wahrnehmung in seinem Buch Konsumentenverhalten folgendermaßen:

Die Wahrnehmung ist ein aktiver und subjektiver Vorgang, durch den der Einzelne seine Vorstellungen von der Umwelt selbst konstruiert. Er erzeugt seine subjektive Umweltwahrnehmung dadurch, dass er die von den Sinnesorganen aufgenommenen Reize selektiv verarbeitet. Dazu dienen gedankliche und emotionale Verarbeitungsprogramme, die starke interindividuelle Unterschiede aufweisen.

Es stellt sich die Frage wie das Mobile Marketing optimal diesen Prozess nutzen kann um die gewünschte Verhaltensänderung, den Kauf herbeizuführen. Die mobile Werbung muss also zunächst den Konsumenten auf seinem Endgerät erreichen und ihn in irgendeiner Form aktivieren. Die Aktivierung kann über Piepsen, das Einblenden eines kleinen Banners, durch den Hinweis auf einer Getränkeflasche eine SMS an eine Nummer zuschicken geschehen. Es gelten die Regeln der Aktivierung wie beispielsweise das Figurgrundprinzip, Bilder werden schneller und besser als Text verarbeitet usw.

Des weitern finden sich in der Literatur finden unterschiedliche Ansätze was den Nutzen der mobilen Werbung betrifft. Wichtig ist, dass dem Adressaten in einer entsprechenden Form ein Nutzen durch die neue Werbeform zu gute kommt. Dies ist deshalb von besonderer Bedeutung weil ein Individuum im Rahmen der selektiven Verarbeitung sowohl die Beschäftigung mit Werbung gegen andere Tätigkeiten abwägen als auch gegebenenfalls eine Auswahl aus dem umfangreichen Angebot an werblichen Informationsquellen trifft. Die zentrale Restriktion dieses Allokationsproblems ist die Zeit. Nach Kaas nimmt ein Konsument alle Kommunikationsappelle auf, deren Grenznutzen pro Zeiteinheit größer ist als der Grenznutzen der Restzeit, der sich durch die Verwendung einer zusätzlichen Zeiteinheit auf alternative Tätigkeiten ergibt. Für Mobile Marketing bedeutet dies, dass es umso eher aufgenommen wird und sich die Einstellung zu diesem Werbeinstrument umso positiver gestaltet, je größer die Nutzenwahrnehmung desselben ausfällt. Es gilt daher:

Je höher der wahrgenommene Nutzen von Mobile Marketing, desto positiver die Einstellung zu Mobile Marketing (Kaas, 1990).

Des weitern kann man diesen Ansatz nach dem Uses-and-Gratification Ansatz unterteilen. Die Theorie besagt das die Konsumenten bestimmte Medien und Inhalte bewusst nutzen um gewisse Bedürfnisse zu befriedigen.

Der Uses-and-Gratification Approach impliziert, dass Mobile Marketing nur dann genutzt, d.h. akzeptiert wird, wenn es zur Befriedigung der Bedürfnisse nach Information, Unterhaltung und sozialem Anschluss beiträgt (Bauer, 2005).

Maximilian Struppler

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